... am Spital Limmattal

Konservative Therapie

Konservative Therapie

Die alleinige konservative, nicht operative, Therapie der Adipositas ist gemäss internationalem Konsens zur Adipositasbehandlung bei allen Patienten mit einem BMI unter 40 indiziert (» siehe Tabelle BMI).

Eine grosse skandinavische «Multicenterstudie» konnte vor Jahren schon statistisch zeigen, dass bei Patienten mit einem BMI über 35, konservative, diätische Therapiemassnahmen zur Gewichtsreduktion aufgrund des so genannten «Jojoeffektes» keine bleibende Gewichtsreduktion bewirken können. Als «Jojoeffekt» bezeichnet man den Wiederanstieg des Körpergewichtes nach vorerst erfolgreicher Gewichtsabnahme.

Dennoch sollte jeder Patient, auch bei einem BMI über 35, zuerst auf konservativem Wege versuchen, sein Gewicht zu reduzieren. Langfristige erfolgreiche Gewichtsabnahmen sind in Ausnahmefällen nicht von vornherein ausgeschlossen.

Vor jeder konservativen Adipositastherapie steht die medizinische Abklärung über die Ursachen der Adipositas im Vordergrund. Stoffwechselerkrankungen oder psychische Erkrankungen, welche zu einer Adipositas führen können, müssen dabei erkannt und behandelt werden.

Die konservativen Therapiemassnahmen zielen auf eine Reduktion der aufgenommen Energiemengen durch die Nahrung und auf eine vermehrte «Energieverbrennung des Körpers» (z.B. durch Bewegung und Sport).

Der Energiegrundumsatz in Ruhe eines jeden einzelnen Menschen ist verschieden hoch, dementsprechend muss auch die Nahrungsaufnahme individuell angepasst werden. Wichtig ist dabei die Aufklärung des Patienten über die Energiedichte der einzelnen Nahrungsmittel.
Zudem steht das Erlernen von «gesundem» Essverhalten im Vordergrund. Die Konsumation von «versteckten» Kalorien (z.B. Süssgetränke) soll eingedämmt werden.

Die psychologische Betreuung der Patienten spielt ebenso eine wichtige Rolle, vor allem bei Patienten mit gewissen «Essenstypen». Das übermässige Essen kann zur Konfliktbewältigung oder zum Abbau von Frustrationen nach schlechten Erlebnissen eingesetzt werden.

Adipositas kommt familiär gehäuft vor. Dabei spielen erlernte familiäre Verhaltensmuster (Kinder dürfen z.B. zuviel TV schauen) und «familiäre» Fehlerernährung (Süssigkeiten zur Beruhigung der Kinder) eine wichtige Rolle bei der Adipositasentstehung.
Eine konservative Adipositasbehandlung sollte auch immer das familiäre Umfeld miteinbeziehen.

Medikamentös stehen uns heute vor allem 2 Substanzen (Reduktil oder Xenical) zur Gewichtsreduktion zur Verfügung. Beide Medikamente können leider nur einen bescheidenen Beitrag zur Gewichtsreduktion beitragen.

Im günstigsten Fall führt beispielsweise das Xenical mit Diät zu einer Gewichtsreduktion von 8% des Körpergewichtes über 2 Jahre. Dies würde bedeuten, dass ein Patient, der 170cm gross ist und 130kg schwer ist, sein Körpergewicht auf 120kg (BMI von 44 auf 42) reduzieren könnte.

Falls Sie einen BMI unter 35 haben, versuchen Sie mit Ihrem Hausarzt oder mit einem unserer ärztlichen Ernährungsspezialisten (» siehe Links) in Zusammenarbeit mit einem Ernährungsberater/beraterin ihr Gewicht zu reduzieren.

Falls Sie einen BMI über 35 haben, können Sie sich bei uns über die verschiedenen operativen Möglichkeiten zur Gewichtsreduktion aufklären lassen (» siehe Kontakt).

Unser spitalinternes Team aus Internisten, Ernährungsberatern, Psychiatern und Chirurgen wird Sie über die chirurgischen Eingriffe zur Gewichtreduktion und deren Folgen beraten.